D-Block & S-te-Fan – „The Next Dimension“

by Marcel
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Zwischen Hard-Trance-Nostalgie und moderner Festival-DNA

Ein Jubiläum wie 20 Jahre Musical Madness braucht mehr als nur aktuelle Sounds – es braucht musikalische Geschichte, spürbar gemacht im Jetzt.
Und genau das gelingt „The Next Dimension“ von D-Block & S-te-Fan bereits im ersten Drittel. Überraschend deutlich.

Schon nach wenigen Takten stellt sich ein vertrautes Gefühl ein: Hard Trance. Early Hardstyle. Diese treibende, leicht hypnotische Energie, die Spannung aufbaut, statt direkt alles niederzureißen. Ein Einstieg, der musikalisch überzeugt – und mit Blick auf das diesjährige Line-up fast schon programmatisch wirkt. Immerhin kehrt mit Scot Project eine der prägenden Figuren der frühen 2000er zurück. Die Wurzeln sind da. Und sie sind hörbar.

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D-Block & S-te-Fan – The Next Dimension (APEX 2026 OST) | Official Hardstyle Videoclip

Reverse Bass – ein Gruß an früher

Nach dem nostalgischen Auftakt folgt der nächste logische Schritt: eine klassische Reverse-Bass-Passage. Vertraut, aber nicht veraltet. Kein Kitsch, keine Übertreibung. Sondern solide, respektvoll und klar gesetzt. Und genau hier zeigt sich: Der Track folgt keiner Zufallsdramaturgie. Das ist bewusstes Storytelling in Sound.

D-Block & S-te-Fan zeichnen mit „The Next Dimension“ nicht weniger als eine kleine Genre-Zeitreise nach – von Trance-Anfängen über typische Hardstyle-Arrangements bis hin zur modernen Kick-Architektur. Ein musikalischer Bogen von damals bis heute.


Vom Rückblick zur Festival-Formel

Im letzten Drittel schlägt der Track dann voll in der Gegenwart auf: fette Kicks, breite Leads, der vertraute Druck – typische D-Block & S-te-Fan-Energie, gebaut für die großen Stages. Aber trotz allem stellt sich die Frage: Wo bleibt dieser eine Moment?

Die Produktion ist durchdacht, der Spannungsbogen sitzt. Aber der emotionale Anker – das, was eine Anthem von einem starken Track unterscheidet – bleibt noch unscharf. Kein Signature-Sound, der das Event sofort erkennbar macht. Kein Gänsehaut-Moment, der den Track mit dem Festival verschweißt.

Vergleicht man das mit Hymnen von Defqon.1, Decibel Outdoor oder Rebirth Festival, wird klar: Dort entsteht die Magie oft genau durch diese Verbindung. Diese emotionale Identität, die ein Event klanglich trägt. Bei „The Next Dimension“ ist sie noch nicht ganz greifbar.


Zwischen Anspruch und Aufbruch

Es ist ein starker Track. Mit klaren Highlights, sauberer Struktur und dramaturgischem Gespür. Aber (noch) nicht dieser eine Song, der in zehn Jahren läuft und eine komplette Halle kollektiv ausrasten lässt. Vielleicht ist genau das der Punkt. Denn: „The Next Dimension“ ist die erste APEX-Anthem überhaupt. Und während Festivals wie Defqon oder Decibel ihren Sound über Jahrzehnte entwickelt haben, steht APEX noch ganz am Anfang.

Vielleicht ist dieser Track also nicht das Denkmal – sondern der Grundstein. Ein Sound, der sich erst durch Erinnerungen auflädt. Durch Momente. Durch Nächte in der Maimarkthalle. Und wer weiß – vielleicht stoßen wir in ein paar Jahren die Tür zur APEX-Dimension ganz selbstverständlich mit genau diesem Sound auf.

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